Kapselendoskopie (Dünndarmendoskopie)

Wann ist eine Kapselendoskopie notwendig bzw. sinnvoll?

Für Patienten, bei denen eine aktive Blutung im Bereich des Dünndarmes vermutet wird und im Rahmen einer Magen- und Darmspiegelung keine Blutungsquelle gefunden wurde, kann eine Kapselendoskopie sinnvoll sein. Auch bei unklarem Eisenmangel bzw. Eisenmangelanämie kann eine Kapselendoskopie durchgeführt werden. Hierbei können blutende Stellen, zum Beispiel Entzündungen, Gefäßmissbildungen, Polypen oder auch bösartige Veränderungen festgestellt werden. Im Zweifelsfall (z.B. bei anderen Indikationen wie V.a. M. Crohn im Dünndarm, Polypen etc.) muss vor Durchführung einer Kapselendoskopie eine Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse eingeholt werden.

Ablauf und Besonderheiten

Die Kapsel mit eingebauter Videokamera hat eine Länge von circa 2,5 cm und eine Dicke von circa 1 cm und wird im Regelfall mit einem großen Glas Wasser in der Praxis unter ärztlicher Aufsicht geschluckt. Im Anschluss erhält der Patient ein Video-Aufnahmegerät (sog. Recorder) umgehängt, der während der gesamten Durchlaufzeit am Körper getragen wird und nicht abgelegt werden darf. Nach Schlucken der Kapsel darf der Patient seinen normalen Alltagstätigkeiten nachgehen und nach ca. 2 h klare Flüssigkeiten und nach ca. 4-6 h eine leichte Mahlzeit zu sich nehmen.

Wie lange dauert eine Kapselendoskopie?

Die Durchlaufzeit der Kapsel beträgt in Abhängigkeit von der körperlichen Aktivität und der jeweiligen individuellen Magen/Darmpassagezeit circa 9-16 h.

Vorbereitung

Vor einer Kapsel Endoskopie muss der Patient ähnlich wie für eine Koloskopie vorbereitet werden, d.h. entsprechende Abführ-Lösungen zu sich nehmen, damit der Dünndarm komplett sauber ist. Dies ist notwendig damit die Kamera, welche die Bilder im Dünndarm aufnimmt, eine ausreichend gute Sicht hat. In ausgewählten bzw. geplanten Fällen kann die Kapselendoskopie in unserer gastroenterologischen Praxis auch direkt im Anschluss nach Durchführung einer (unauffälligen) Magen- und Darmspiegelung ohne größere erneute Vorbereitung durchgeführt werden.

Nachsorge/Ergebnis

Nach circa 9-16 h wird die Kapsel über den Stuhlgang auf natürlichem Wege ausgeschieden. Dies soll optimalerweise vom Patienten beobachtet und dann auch hier in der Praxis gemeldet werden. Die Kapsel wird im Anschluss daran weggeworfen. Nach Zurückbringen des Recorders wird das Video vom Gastroenterologen ausgewertet und befundet. Sollten sich hierbei auffällige Befunde ergeben wird der Arzt die nun notwendige Vorgehensweise mit dem Patienten besprechen. Falls die Kapsel nach 2-3 Tagen nicht sicher ausgeschieden wurde, muss ggfs. eine Röntgenaufnahme des Bauchraums angefertigt werden.

Nachteile/Risiken der Kapselendoskopie

Während der Durchlaufzeit der Kapsel können anders als bei einer endoskopischen Untersuchung auch bei auffälligen Befunden keine Proben entnommen werden. Hierfür muss eventuell eine spezielle Dünndarm-Endoskopie (Single/Doppelballon-Endoskopie) oder eine operative Maßnahme erfolgen. In sehr seltenen Fällen (z.B. bei nicht vorbekannten Engstellen) kann es dazu kommen, dass die Kapsel an einer Stelle im Dünndarm stecken bleibt, so dass eine operative Entfernung der Kapsel notwendig wird. Dieses Risiko wird jedoch im Vorfeld anhand der medizinischen Vorgeschichte und der Anamnese weitgehend ausgeschlossen und eventuell kann mit einer sich selbst auflösenden Probekapsel die Passagemöglichkeit überprüft werden. In einigen Fällen kann zuvor eine bildgebende Diagnostik (z.B. MRT-Sellink=Dünndarmuntersuchung) zur Beurteilung der Passagefähigkeit der Kapsel bzw. zum Ausschluss von Engstellen im Dünndarm notwendig sein.

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